Stanislaw von Biberstein Starowieyski


Blogoslawiony Stanislaw Kostka Starowieyski

Seliger Stanislaw  von Biberstein  Starowieyski ,  (1895-1941)
Laien-Apostel, Präses der Katholischen Aktion in der Diözese Lublin,  päpstlicher Kammerherr

 geb: 11.05.1895 in Ustrobna, Podkarpackie (Polen)  

 verhaftet am 19.06.1940 und inhaftiert im Gefängnis Rotunda Zamosc und anschließend im Lubliner Schloss

 Ab November 1940 KZ Dachau, Häftlingsnr.: 26 711
+: 13 April 1941 in KZ Dachau
Gedenktag: 13.04.

 Kurzbiografie: ( Biografie von Dr. Joanna Lange folgt unten)

 Der Selige Stanislaw Starowieyski  wurde am 11.05.1895 in Ustrobna, Podkarpackie  als Sohn von Stanislaw und Amelia Lubienska geboren. Sein Vater war ein Kammerherr Papst Leo XIII, Doktor der Rechtswissenschaften, ein Gutsbesitzer, Mitglied des österreichischen Parlamentsund Publizist. Er war Herausgeber der Zeitung „Die katholische Bewegung“ in Lviv. Seine Mutter leitete die  Gesellschaft Mariens. Auch sie war engagiert  für eine  christliche Prägung der Familie, der Schule und der Gesellschaft und gab mehrere Zeitschriften heraus: Zeitschriften für Frauen und Mädchen in ländlichen Gebieten, „Die katholische Frau“ und „Stern“. . [1]

 Stanislaw Starowieyski  war das zweite von sechs Kindern, seine behütete Kindheit und Jugend verbrachte er auf dem Gut der Familie in Bratkówka . Zuerst wurde er zuhause in Krosno von einem Hauslehrer unterrichtet und besucht danach und die Schule der Jesuiten  in Chyrowie, wo er sich der Gesellschaft Mariens anschloss.

 Nach dem Abitur im Jahr 1914 begann das Studium der Rechtswissenschaften an der Jagiellonen-Universität in Krakau, aber Studien musste durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen werden. Er beschritt die Offizierslaufbahn in der  österreichischen Armee. Er beteiligte sich – als Kanonier – in den Kämpfen an der Ostfront und in den Schlachten auf dem Fluss Piawa in Italien.[2]

 Nach der Niederlage der Österreicher in Italien, kehrte er nach Galizien zurück  und beteiligte sich 1918 er sich an der Gründung der polnischen Armee in Krakau. [3]

Er kämpfte im polnisch-ukrainischen Krieg (1918-1919), verteidigte die Zitadelle von Lviv. Danach kämpfte e im polnisch-russischen Krieg von 1920. Wegen einer Erkrankung  an Ruhr verbrachte er einige Zeit in einem Lazarett in Zambrowie. Seinen Militärdienst  endete wegen dieser Krankheit,mit dem Rang eines Hauptmanns.[4] Für seine Verdienste erhielt er das Kreuz der Tapferkeit und den Orden der Tapferkeit.[5]

In diesen Kriegszeiten fiel er auf durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Organisator, seine Führungsqualitäten, durch seine Tapferkeit und seine unverwechselbare Zivilcourage. Er zeichnete sich durch gute Beziehungen zu anderen  Menschen aus.[6][7]

 Nun belegte Starowieyski einen Kurs in Landwirtschaft und übernahm im Jahre 1921 die Verwaltung des Familien-Stammsitzes der Familie seiner zukünftigen Frau in Labunie , Zamosc.

 Im Jahr 1921 heiratete er Maria Theresia Szeptycka  mit einem prunkvollen Fest in Labunie, in der Nähe von Lublin. Nach der Hochzeit lebte die Familie  in Laszczów. Stanislaw Starowieyski zeigte sich als sehr guter und erfolgreicher Unternehmer mit  Einfallsreichtum. Er verwaltete das Vermögen seiner Frau, insgesamt etwa tausend Hektar. Bald wurde es unter seiner Hand zum Vorbild der ganzen Region. [8]

 Als Arbeitgeber war ein rechtschaffener Mann, sorgte für faire Löhne und medizinischen Versorgung für seine Beschäftigten und ihre Familien. Ein großer Teil seiner Einnahmen wurde für die Armen und die katholisch-soziale Aktivitäten ausgegeben. Er unterstützte seine Frau bei ihrem charitativen Engagement wie der Organisation  einer Suppenküche für die Armen, bei einem Waisenhäuser für Kinder von Mitarbeitern, bei der Vorbereitung von Weihnachtsgeschenken für die Armen. Er besuchte selber die Häuser von Bedürftigen, unabhängig von ihrer Religion oder Nationalität,auch  Russen und Ukrainer und Juden, und brachte geistige und materielle Hilfe. Bedürftige Bauern berichteten über Zuwendungen  in Form von Getreide, Bauholz, aber auch Geld .[9]

Der liebevolle Vater hatte sechs Kinder. Zu Hause mit seiner Frau schuf eine Atmosphäre der tiefen Glauben und Hingabe – täglich besuchten die Eheleute die heilige Messe. Liebe und Freundlichkeit und Verständnis für die Situation der Kirche und des Landes prägte die Familie.[10]

Er förderte nach Kräften die  Marianischen Kongregation und er war der Initiator und Mitorganisator einer nationalen Wallfahrt der Grundbesitzer (Wallfahrt des Adels) nach Jasna Gora 1937.[11]  Er appellierte dabei an die Grundbesitzer ein  christlich-katholisches Leben zu führen. Er ermutigte sie, sich aktiv in der katholischen Verbände und der Katholischen Aktion und dem Studium der katholischen Soziallehre zu engagieren, basierend auf der Soziallehre der katholischen Kirche. Er schlug sogar konkrete Lösungen für wirtschaftliche und soziale Probleme vor, wie z. B. die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, die Schaffung von günstigen Bedingungen für den sozialen Aufstieg der ärmsten Schichten. Er widmete den Problemen der polnischen Landwirtschaft und den ländlichen Gebieten viel Aufmerksamkeit auf die. Er setzte sich für die Gründung von , dass Genossenschaften und landwirtschaftlichen Gesellschaften ein um die landwirtschaftlichen Produktion zu fördern .[12] 

Als im Jahre 1930 die Katholischen Aktion gegründet wurde als Zusammenschluss mehrerer anderer katholischer Einzelverbände, engagierte er sich in der  Leitung der Organisation in Lublin Diözese. Im Jahr 1932 wurde er Vize-Präsident, und im Jahre 1935 wurde Präsident des Diözesan-Institut der Katholischen Aktion (DIAK) in Lublin. Er hielt Vorträge und nahm an den Feierlichkeiten, Klausuren, Konferenzen, Kurse und Wallfahrten teil.

Im Jahr 1935 lehnte Stanislaw Kostka eine angebotene Kandidatur für den Senat der Republik ab.  Die Nachricht von seinen Tätigkeiten erreichte sogar Pius XI , der ihn dafür zum  päpstlicher Kammerherrn ernannte.  

 Im November 1939, nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen und bald danach dem Einmarsch der  russischen Truppen, war da Ende der polnischen  Republik besiegelt. Stanislaw Kostka wurde, zusammen mit seinem Bruder Marian, wurde von Russen verhaftet. In Debiny Laszczowskiej, etwa 14 km von Laszczów, gelang ihnen jedoch die Flucht. Marian Starowieyski wurde jedoch wieder gefasst und nach Russland gebracht, man hat nie wieder etwas von ihm gehört.

Die Aktivitäten und die Bedeutung Stanislaus Kostka konnte der Aufmerksamkeit der anderen Besatzer nicht verborgen bleiben. Bereits 19.06.1940 die war zusammen mit seinem Schwiegervater und Priestern aus der Gegend von der deutschen Gestapo verhaftet. Es folgte die Haft in der Rotunde in Zamosc. Der Schwiegervater, Alexander Szeptycki, wurde dort getötet. Die Deutschen zwangen den 70-jährigen Mann bis zur Erschöpfung rund um den Innenhof  der Rotunda zu  laufen.

 Danach wurde Stanislaus Kostka in das berüchtigte Gefängnis im  Schloss von Lublin verlegt. Von dort wurde er in das Konzentrationslager  Sachsenhausen transportiert und im November 1940 in das KZ Dachau. Er erhielt die Häftlings-Nummer: 26711 und das rote Dreieck mit dem Buchstaben „P“, das ihn als politischen Häftling aus Polen auswies.  

 In den unmenschlichen Bedingungen verlor er seine menschliche Würde. Vielmehr  organisieret er gegenseitige Unterstützung von Mitgefangenen und , trotz strengem  Verbot,  Andachten und Gottesdienste. „Seine bemerkenswerte Gelassenheit und sein Mut stärkten die anderen. Erstärkte die Kameraden  um alle vor der drohenden  Verzweiflung  zu schützen „. ( Dominik Maj, Freund, überlebender Mithäftling und Priester aus Laszczów, Diözese Lublin )[13] 

  „Im Lager war er ein Apostel. Vielen hat er die Beichte ermöglicht. Er brachte nicht nur geistige Hilfe, sondern organisierte auch materielle Hilfe, ohne darauf zu achten, ob er ausgenützt würde“. ( Dominik Maj)[14]

 Sein seelsorgliches Engagement war groß, er war, unter anderem, wesentlich  an der Bekehrung eines bekannten Atheisten, Adam Sarbinowski, beteiligt.[15]

 Im April 1941 erkrankte der Selige schwer. Er wurde in das Krankenrevier verlegt. Dort  wurde er am Karfreitag, den 11.04. 1941 vom österreichischen Revierkapo brutal zusammengeschlagen. Er konnte noch bei dem befreundeten polnischen Priester Fr. Dominic May beichten und die die heilige Kommunion empfangen, bevor er in der Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag, dem 13.04.1941 starb.  Er war sich ganz bewusst, dass er im Tod Christus treffen würde. Etwa eine Stunde vor seinem Tod bat er noch den Mithäftling, Adam Sarbinowski, ein Lehrer aus Chelm: „ Ich sterbe, ich sehe seine Familie oder Heimat in dieser Welt nicht mehr. Wenn Sie das  Lager überlebt haben, gehen sie zu meiner Familie nach Laszczów und sagen ihnen, dass ich am heiligen Ostertag  starb.  Das waren seine letzten Worte.  Ich bin froh, dass ich diesen heiligen Mann gekannt habe. [16]

 Am nächsten Morgen wurde der tote Körper in der Leichenhalle gebracht,  dabei sollen alle „ihre Mützen abgenommen haben, was noch nie passiert war.“ [17]Später wurde der Leichnam im Krematorium verbrannt.

„Ich weiß, dass Stanislaw gemartert wurde, er war zweifellos am Ende, wie er im Leben gewesen war – ein Mann von starkem Glauben und standhafter Überzeugungen“ – schrieb ein Zeuge des Ereignisses. John Casimir Szeptycki [18]

 „Ich habe keinen Zweifel, dass er ein Held und ein Heiliger war.“ (Adam Kardinal Kozlowiecki, Mithäftling)[19]

Papst Johannes Paul II. erhob ihn zur Ehre der Altäre und sprach ihn zusammen mit 107 anderen Märtyrern am 13.06.1999 in Warschau selig.[20]

Auf Grund der mangelnden Quellen in deutscher Sprache kann es zu Übersetzungsfehlern gekommen sein. Wir bitten das zu entschuldigen und sind für jede weiterführende Information dankbar.


[1]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[2]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[3]http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski

[4]]http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

[5]http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski

[14] Nach Sliwka, Märtyrer für den Glauben, 1939-1945, S 15

[15] Sliwka, a.a.O.

[19] Sliwka  a.a.O.

[20] http://pl.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Kostka_Starowieyski ;  http://www.swzygmunt.knc.pl/SAINTs/HTMs/0413blSTANISLAWKOSTKASTAROWIEYSKImartyr01.htm

 

 

Der Selige Stanisław, Kostka, Maria, Gerard, Franciszek de Hieronimo Starowieyski

(aus der polnischen Biographie von Pr. Marek Starowieyski (Neffe von Stanisław), Ausgabe IV, Krakow 2020)

von Dr. Joanna Lange, bearbeitet von Monika Volz

Stanisław von Biberstein Starowieyski wurde am 11.05.1895 in Ustrobno geboren.

Er war das dritte Kind. Der Vater hieß mit Vornamen ebenfalls Stanisław war Doktor der Rechtswissenschaften, Politiker in Galicien und Redakteur der Zeitschrift „Katholische Bewegung“.

Die Mutter Amelia geb. Łubieńska war Gründerin der Marienbruderschaft der Frauen in der Region Sanok, außerdem Redakteurin in verschiedenen Zeitschriften für katholische Frauen und Kinder. Sie organisierte Exerzitien und Lesungen aus sog. „guten Büchern“. Im II. Weltkrieg engagierte sie sich für die Hilfe Bedürftiger.

Stanisław hatte 5 Geschwister, darunter Zofia, die später Schriftstellerin wurde, Ludwik, Maria, Marian, der zusammen mit Stanisław durch Bolschewiken verhaftet wurde und danach in der UdSSR verschwand.

Nach der Geburt von Stanisław zog die Familie nach Bratkówka. Dort verbrachte Stanisław seine Kindheit und Jugend bis 1921. Sehr charakteristisch in Bratkówka war das nachbarschaftliche Miteinanderleben mit gegenseitigem Helfen und Mitarbeiten. Zwischen den Inhabern des Bratkówka-Anwesens und den Dorfeinwohnern herrschten freundschaftliche Beziehungen, die unter den Nachkommen der Familien bis in die heutige Zeit weiter gepflegt werden.

Im Haus der Starowieyski war der Glaube mit dem täglichen Leben elementar verbunden. Es gab die gemeinsamen, täglichen Gebete, gemeinsame Besuche der Heiligen Messe an Sonn- und Feiertagen, Andachten, vor allem Maiandacht, gemeinsame Lektüre, gemeinsame soziale Arbeit und Nachbarschaftshilfe. In der Familie gab es sehr viele Berufungen.

Seine Ausbildung begann Stanisław zu Hause bei Gouvernanten. Dann ging er in eine Schule mit extrem hohem Niveau, geführt von Jesuiten in Chyrów. Dort trat er der Marienbruderschaft bei, was seinen Charakter, seine Religiosität und seine Zivilcourage formte.

Mit dem Abitur beendete er die Schule 1914 und immatrikulierte sich an der Jagielloński Universität in der Fakultät für Rechtswissenschaft. Wegen dem 1. Weltkrieg konnte er jedoch keinen Abschluss ablegen.

Schon 1914 wurde er eingezogen, erst in die Artillerie an der Ostfront, dann nach einer Skiausbildung in Kitzbühl, an der italienischen Front.

Nach dem Krieg kam er nur für ganz kurze Zeit als Leutnant nach Hause, da er sich gleich danach der Organisation der polnischen Armee widmete. Er kämpfte dann um Lwów, Przemyśl, Chyrów. Im polnisch-russischen Krieg 1920 kämpfte er als Oberleutnant mit großen Verdiensten mit seiner Kavallerie weiter und bekam von General W. Sikorski den Orden Virtuti militari V und das Kreuz der Tapferkeit verliehen und erreichte den Kapitänsrang.

Stanisław erkrankte im Krieg schwer an Thypus mit dessen Folgen in Form von Beinvenenthrombosen er das ganze Leben lang kämpfte, besonders an seinem Lebensende im KZ Dachau. Der Krieg von 1914 bis 1920 hatte bei ihm schreckliche Erinnerungen hinterlassen, die in der folgenden Zeit depressive Episoden auslösten, die Stanisław nur durch seinen Glauben, den Dienst an seinen Mitmenschen sowie die sanfte, liebevolle Unterstützung seiner Ehefrau überwinden konnte.

Er heiratete Maria Szeptycka am 24.8.1921, schloss einen Landwirtschaftsstudium ab und ließ sich in Łaszów nieder. Maria Szeptycka kam aus einer ebenfalls sehr sozial, politisch und religiös engagierten Familie, aus der mehrere Priester und Bischöfe stammten, darunter Atanazy Szeptycki, der am 27.6.2001 durch den hl. Johannes Paul der II in Lwów selig gesprochen wurde.

In Łaszów wohnte Stanisław in einem kleinen Nebengebäude, von dort verwaltete er den Landsitz Zimno i Nadolce. Die Eheleute Starowieyski entschlossen sich, den Łaszów Palast, der durch Kosaken 1915 niedergebrannt wurde, nicht wieder aufzubauen, weil damals überall soziale Not herrschte und die notwendigen finanziellen Mitteln anderweitig besser verwendet werden konnten.

Die Eheleute Starowieyski hatten sechs Kinder: Ignacy, Aleksander, Maria, Stanisław, Elżbieta und Andrzej. Die Atmosphäre des Familienhauses war einfach und katholisch. Zuhause sprach man nicht viel über Gott, das Haus lebte in Gott und für Gott. Die Eheleute begannen jeden Tag um 7 Uhr mit der hl. Messe in einer benachbarten Kirche. Gebete am Tisch, gemeinsames Abendgebet mit Gewissensprüfung, ernsthaftes Feiern des Sonntags ohne jegliche Arbeit mit dem Besuch der Heiligen Messe für alle, einschließlich die Gutsmitarbeiter und Anteilnahme an kirchlichen Aktivitäten prägte das Leben. Die Lebensgestaltung, die Hausmöbel, die Kleidung der Familie war immer sehr einfach. Wichtig waren den Eheleute Starowieyski dagegen eine sehr gute Kindererziehung. Für Stanisław Starowieyski war die Familie das Wichtigste. Die Arbeit als Verwalter des Landguts und Organisator der „Katholischen Aktion“ nahmen sehr viel Zeit in Anspruch, doch am Abend versammelte sich die ganze Familie mit Gästen oder Dienern im Wohnzimmer zum gemeinsamem Gesang, Klaviermusik, Lektüre von polnischen Romanen wie „Quo vadis“ von Sienkiewicz oder Balladen von Mickiewicz,der Hagiographie von Bruder Albert, Stanisław Kostka ect. An die wunderschönen, fröhlichen Abende aber auch an die besondere Atmosphäre des Hauses, die erfüllt war mit Frieden, Liebe und Hilfsbereitschaft, erinnerten sich die Kinder und auch viele Gäste, die dort immer willkommen waren, noch nach Jahren. Ein dort häufiger Gast war der Weihbischof aus Lublin Władysław Goral, der im KZ Sachsenhausen ermordet wurde und als Märtyrer ebenfalls seliggesprochen wurde.

Stanisław Starowieyski bewirtschaftete mit organisatorischem Talent und Fleiß ca. 1000 ha mit sehr gutem Erfolg. Auch während der Nachkriegskrise liefen die Arbeiten gut und der Ertrag war stets groß, so dass Stanisław auch anderen Menschen helfen konnte. Nicht nur seine Familie und Mitarbeiter auf dem Gut hatten eine gesicherte ökonomische Zukunft. Er setzte sich auch für diejenigen ein, die wirtschaftliche Probleme hatten. Er pflegte sehr gute und menschliche Kontakte mit allen. Stanisław hatte auch sehr viel Glück bei der Auswahl der Mitarbeiter und beriet auch seine Nachbarn in ökonomischen Fragen. Er kümmerte sich um die intellektuelle und seelische Entwicklung seiner Mitarbeiter durch die Organisation von Exerzitien oder, zusammen mit seinem Schwiegervater Aleksander Szeptycki, für den Aufbauen der katholischen Organisation Marienbruderschaft in seiner Region.

Er war sehr aktiv, viel unterwegs aber zugleich ein liebevoller Vater und Ehemann, wobei er sich auf die volle Unterstützung seiner Ehefrau immer verlassen konnte. Da beide Eheleute starke Charaktere hatten, kam es zwischen den beiden natürlich sporadisch auch zu Auseinandersetzungen, sie haben sich jedoch immer schnell, bevor Sie das Haus verlassen hatten, entschuldigt. Einen großen Teil von Stanisław Starowiejski Erfolg verdankte er seiner Frau. Diese gute, stille und traditionell

nach außen im Hintergrund stehende Frau war seine erste und wichtigste Beraterin. Von ihr kamen viele Ideen, sie kümmerte sich gutmütig, aber auch streng und fleißig um die Kinder und andere Angelegenheiten, die sie Ihm abnehmen konnte.

In einem seiner Briefe aus dem KZ Dachau schrieb er „Ich möchte Dir für das ganze Leben danken, für deinen Geist der Aufopferung und insbesondere für das Beispiel deines Lebens mit deinen Gedanken an uns alle“.

Maria sagte nie ein schlechtes Wort über andere, erlaubte aber auch den anderen keine solche Aussagen in ihrer Anwesenheit. Sie war ein Beispiel des Lebens in Glauben und Ehrlichkeit. Nachdem die Deutschen Besatzer sie aus dem eigenen Gut vertrieben hatten und ihr Mann verhaftet worden war, kümmerte sie sich in der schlimmen Zeit des 2. Weltkrieges alleine um die 6 Kinder und stärkte bei ihnen die Liebe zum Vaterland bei. Auf Grund dessen kämpften die größeren Kinder bei AK (polnische Heimatsarmee) und die jüngeren in Szare Szeregi d.h. den Grauen Reihen (Deckname der polnischen kämpfenden Pfadfinderbewegung).

Stanisław war sehr verantwortungsbewusst. Er kümmerte sich um eigene Familie und das Gut, die dort arbeitenden Leute, deren Kinder, ihre Gesundheit und Erziehung, um die Nachbarn und alle, die Hilfe brauchten. Jede Woche war der Freitag für diese Hilfe reserviert (z.B. Besorgung von Holz zum Wiederaufbau nach einem Hausbrand, materielle Hilfe, Getreideverteilung in Zeiten der Not, Hilfe im Krankheitsfall…). Dabei wurde er von seinem Freund, dem Priester Dominik Maj, unterstützt. Später wurden sie zusammen inhaftiert, zusammen überlebten sie das KZ Sachsenhausen und wurden ins KZ Dachau deportiert, wo man sie trennte.

Im KZ Dachau wurde der Priester Dominik Maj in die Priesterbaracke eingeteilt. Als am Karfreitag 1941, als Stanisław kurz vor seinem Tod den größten Wunsch hatte, die letzte Beichte und die letzte hl. Kommunion zu empfangen, wurde er von seinen Freunden in die Nähe der Priesterbaracke an den Stacheldrahtzaun gebracht. Dort hin konnte Dominik Maj kommen und seine letzte Beichte hörten und die Kommunion spenden. Die beiden Männer verband Freundschaft, Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und Vertrauen. Obwohl Stanisław, als Führer der „Katholischen Aktion“, eine sehr hohe Position in der Diözese Lublin hatte, strebte er nie nach Positionen, die gewöhnlich Priester ausübten. Sein Freund Pfarrer Maj versuchte auch nicht, seine Arbeit zu übernehmen. Diese perfekte Kooperation eines Priesters und eines Laien könnte in der heutigen Zeit als Beispiel dienen. Vor allen sollten Laien Priester bei sozialen Aufgaben unterstützen, statt nach priesterlichen Aufgaben zu greifen. So durch Laien entlastete Priester brauchen die eigenen priesterlichen Aufgaben nicht zu vernachlässigen.

Stanisław war ein guter Organisator und ein sehr energischer Mensch. Eine seiner Aufgaben war in der Zeit zwischen den Kriegen die Organisation der „Katholischen Aktion“. Die „Katholische Aktion“ war eine Laienbewegung, die das Ziel hatte, die Laien im Glauben aufzuwecken und zur Mitarbeit mit dem Klerus zu motivieren, aber auch den Klerus für die Mitwirkung von Laien zu öffnen. Er war somit ein Präkursor des Laienapostolats.

Nach seiner Hochzeit zog Stanisław mit seiner Ehefrau in den Südosten Polens in Wojewodschaft Lubelskie. Damals war dort, nach über 5 Generationen russischer Besatzung, eine arme Gegend, mit einem verarmten Volk, verarmt in religiösem, sozialen Sinn ohne nationale Initiativen. Die Eheleute erkannten die Menge und die Wichtigkeit der sozialen und kulturellen Aufgaben, die ihnen bevorstand. Als erstes organisierten sie die Marienbrüderschaft in der neben religiöser Weiterbildung und Entwicklung die soziale Arbeit, z.B. Krankenbesuche eine wichtige Rolle spielte. Stanisław versuchte die Laienaktivierung durch Exerzitien zu fördern. Er organisierte in Łaszów geschlossene Exerzitien für Landbesitzer und Intellektuelle mit den damals besten Redner/Priestern. Um die Leute noch besser zu aktivieren gründete er zusätzlich einen Kreis von Nachbarsratgebern, der den Leuten während der Wirtschaftskrise helfen sollten. Er erkannte das Problem der kommunistisch umerzogenen Lehrerinnen in den damaligen Schulen und schon im Jahre 1924 organisierte er die ersten Exerzitien für Lehrerinnen, die später auch für die gesamte Lehrerschaft regelmäßig stattfanden. Diesen Teil der Arbeit schätzte Stanisław am höchsten. Als nächstes gründete er im Rahmen der „Katholischen Aktion“ den Zweig für Katholische Intellektuelle, die sich regelmäßig für zweitägige Seminare in Łaszów oder im Franziskaner Kloster in Łabunie trafen. Später organisierte er für sie ein großes Treffen an der Katholischen Universität in Lublin (KUL).

In Łaszów baute er eines seiner Häuser um. Im Erdgeschoss gab es einen Theatersaal, im ersten Stock Säle für Gruppentreffen mit der Möglichkeit einer Eucharistiefeier. Diese Pionierarbeit der Eheleute Starowieyski änderte sich 1930, als in Polen offiziell die „Katholische Aktion“ gegründet wurde. Starowieyski organisiert im Dezember 1930 auf seinem Terrain (Lublin, Tomaszów lubelski) die Strukturen der „Katholischen Aktion“. Am 06.07.1932 übernahm er im neu gegründeten Institut der „Katholischen Aktion“ in Lublin den Posten des 2. Vorsitzenden (ab 1935 den des ersten Vorsitzenden).

Die Arbeit in der „Katholischen Aktion“ führten die Eheleute zusammen. Für die Jugend mussten Jugendleiter gefunden, motiviert und ausgebildet werden. Die Arbeit mit der Jugend mussten sie mit dem Kampf gegen Analphabetismus beginnen. An zweiter Stelle stand Wissen um die Geschichte Polens. Später wurden Bücher und Zeitschriften unter die Jugendlichen verteilt. Maria hatte die Aufgabe ähnliche Strukturen für die Landhausfrauen einzuführen.

Die Eheleute Starowieyski organisierten außerdem Caritaskreise und kümmerten sich um die Stärkung des religiösen Lebens aller Bevölkerungsschichten durch regelmäßige Besinnungstage, Exerzitien und Wallfahrten nach Jasna Góra/Częstochowa. Zu so einem Treffen in Tomaszow kamen 1935 sogar 10.000 Menschen, was für damalige Verhältnisse eine sehr hohe Zahl bedeutete. Diese Arbeit der moralischen, kulturellen und religiösen Bildung der polnischen Bevölkerung durch die „Katholische Aktion“ wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen.

Um seine Werte an die Leute weiterzugeben musste Stanisław Starowieyski auch an sich selbst ständig arbeiten. Er tat es mit dem täglichen Besuch der Heiligen Messe, tägliche Meditation und Gebet (manchmal ein sehr langes Gebet), Exerzitien, Bemühen um eigene Demut, Bemühen um eine hohe Qualität des eigenen Gebetes und an seiner intellektuellen Entwicklung.

Die damalige Regierung Polens beobachtete geheim die Arbeit der Eheleute und obwohl in vielen Berichten wurde die apolitische Art der Tätigkeit der Familie Starowieyski hervorgehoben, störte die Regierung häufig ihre Arbeit. Sie verhinderter z.B. eine Gründung von Vereinen (Verein der kath. Jugend, Verein der kath. Ehemänner, Verein der katholischen Frauen) und drohte. Starowieyski engagierte sich auch für die örtlichen Ortodoxen Kirchen in seiner Region, die die damalige Regierung zerstören wollte.

Starowieyski nahm an sehr vielen Begegnungen oder Treffen der organisatorischen Arbeit der Katholischen Aktion teil. Im Jahre 1937 z.B. an einem Internationalen Kongress zur Ehrung von Christus dem König in Poznań. Auf dem Rückweg traf er sich mit Pater Maksymilian Kolbe in Niepokalanów. Er nahm an einem Eucharistiekongress in Budapest 1937 und 1938 an Feierlichkeiten im Rom bei der Heiligsprechung von Andrzej Bobola teil. Alle diese Fahrten bezahlte er aus eigener Tasche. Häufig bezahlte er auch die Fahrkosten für andere Leute, die sich das nicht leisten konnten. Seine organisatorische Arbeit in der „Katholischen Aktion“ hätte keinen Erfolg gehabt ohne die Unterstützung von Bischoff Fulman und Weibischof Goral sowie vielen Jesuiten und Dominikaner aus der Gegend.

Papst Pius XI nominierte ihn zum Päpstlichen Kammerherrn, er verwendete diesen Titel aber nicht. Seine Arbeit widmete er Gott, er tat, was er glaubte, dass Gott von ihm wollte und fühlte sich dabei zu klein für diese Aufgaben.

Stanisław bat seinen Bischof Fulman, die polnischen Bischöfe mögen Polen dem unbefleckten Herzen Mariäs weihen. Dieser Wunsch von Starowieyski ist erst nach dem 2. Weltkrieg und lange nach seinem Tod am 08.09.1946 in Erfüllung gegangen.

Erst im 2. Weltkrieg Deutsche nach Łaszów kamen. Diese wurden durch die polnische Armee nach einem Kampf vorerst zum Rückzug gezwungen. Die Familie Statrowieyski zog in den Keller ihres Hauses, um ihr Haus mit den vielen Flüchtlingen zu teilen.

Danach kam die Rote Armee nach Łaszów und führte eine neue Ordnung ein. Als erstes stahlen die Russen alles, was sich mitnehmen ließ. Dann kamen junge Vertreter der neuen Regierung (SB?) ins Haus, nahmen Stanisław und seinen Bruder mit um sie zu erschießen. Während der Fahrt mit einem Pferdegespann, konnten die beiden Brüder fliehen. Stanisław lief in den Wald. Er hörtr Schüsse aber den Körper seines Bruders Marian fand man nie. Stanisław lief zum einen Förster nach Bukowiec, wo es übernachtete. Danach lief er nach Łabuń und kam erst einige Tage später nach Hause zurück.

Irgend wann kamen die Deutschen wieder. Das Komando hatte damals in dieser Region Oberleutnant Globocknick, der starke Abneigung gegenüber der Kirche zeigte. Um Wiederstandbewegungen zu verhindern, begannen die Deutschen an, gebildete Laien, die Bischöfe aus Lublin, Priester, besonders Jesuiten, und weitere aktive Menschen zu verhaften. Stanisław wusste, dass er in Gefahr war, er lehnte es aber ab nach Rumänien zu fliehen, um sein Leben zu retten. Er wollte seine Leute nicht verlassen, für ihn wäre es ein Verrat gewesen. Nachdem die Deutschen sein Haus beschlagnahmt hatten, lebte er in Nadolce, wohin er auch seine Familie kommen ließ. Er begann mit der finanziellen Unterstützung der Verhafteten. I Zusammen mit dem pristerlichen Freund Maj begannen er in Łaszówsie Hilfsbedürftige zu unterstützen und half der Widerstandsbewegung, einschließlich der Fluchthilfe über die deutsch-russische Grenze.

Am 19.06.1940 kam die Gestapo ins Haus in Nadolce um Stanisław zu verhaften. Er war gerade nicht daheim sodass er hätte fliehen können, aber dann wäre seine Familie in Gefahr gewesen. Deshalb blieb er. Das zweite Mal kam die Gestapo während des Abendgebetes der Kinder und verhaftete ihn. Er wurde zunächst nach Zamość gebracht. Dort musste er als erstes im Hof der Rotunda mit den mitgenommenen Koffern im Kreis laufen. Nach kurzem Aufenthalt in Rotunda wurde er im Schloß Lublin eingesperrt und von dort ins KZ Oranienburg-Sachsenhausen gebracht (Häftlingsnummer 26711, Block 49). Ab September 1940 war er im KZ-Dachau inhaftiert (zuerst im Block 23, Stube 1, dann in Block13 Stube 3und 4 und schließlich in Block 20 Stube 4). Ihm wurde die Häftlingsnummer 16532 mit rotem Dreieck für politischen Insassen und „P“ für Pole zugeteilt. Sein Freund Priester Maj, kam etwas später ins KZ Dachau und diese Trennung der beiden Freunde war für Stanisław sehr schwer, auch da er nun keine Möglichkeit mehr hatte die Eucharistie zu empfangen. Bei der Ankunft von Maj im KZ Dachau, war Stanisław bereits in sehr schlechter körperlicher Verfassung: mager, ohne ausreichend warme Kleidung, an Krätze erkrankt. Die Deutschen sahen die Krätzekranken als Arbeitsverweigerer und unterzogen diese Menschen daher einer besonderen, grausamen Therapie, die aus Hunger und kalten Waschungenund sehr langem Warten im Freien in der Kälte bestand. Stanisławs alte Beinkrankheit führte zu offenen Beinen, doch die Beinbandagen wurden ihm als unzulässige Kleidung weggenommen. Hier traf Stanisław den Jesuitenpater Kozłowiecki und führte mit ihm lange Gespräche.

Nach der Krätze-„Therapie“ wurde Stanisław in die Barake 20 gebracht, wo er seine apostolische Tätigkeit sofort aufnahm, um die Kameraden zu trösten. Mit seinem Mut und seiner Fröhlichkeit spendete er seinen Kameraden Trost. Für viele Mitinhaftierte organisierte er die Beichte, die von enormem Wert für die Häftlinge im KZ war. Er organisierte auch materielle Hilfe und teilte mit den Häftlingen, was er hatte ohne zu schauen, ob ihn jemand vielleicht ausnutzten könnte.

Er hatte eine besondere Art von Humor: Er pflegte zu sagen. „Hier ist es besser als im Fegefeuer, hier weht manchmal eine leichte Brise, manchmal lassen sie dich in Ruhe und man kann sich gegenseitig trösten“.

Als im Januar 1941 bekannt wurde, dass Priester von Laien getrennt werden sollten, ermutigte er alle Häftlinge zum Empfang der Heiligen Kommunion. Da er immer Kontakte zu Priestern hatte, trug er auch selbst häufig das heilige Sakrament zu Laien.

Aus einem Brief von späteren Prof. Adam Sarbinowski, den er im KZ Dachau bei der Krätzetherapie getroffen und ins Herz geschlossen hatte, wissen wir: Durch lange Gespräche, auch über religiöse Themen, und private Exerzitien bewirkte Stanisław die Bekehrung, des vormals kämpfenden Atheisten, sodass er sich im KZ Dachau bekehrte und die Sakramente empfing.

Stanisław arbeitete im KZ Dachau ohne zu stöhnen, bis er eines Tages wegen der offenen Venen an den Beinen nicht mehr konnte. Er wurde mit Hilfe von zwei Freunden zum Kranken-Revier gebracht, dort aber durch den berüchtigten, sadistischen Revierkapo Heiden auf den Kopf getreten, überall geschlagen und als gesund wieder in die Baracke zurück geschickt. Dies war leider üblich. Daraufhin wurde er sehr schwer krank. Rippenfrakturen, Blutspucken, Lungenentzündung und Fieber, er konnte nicht mehr arbeiten und wurde deshalb wieder ins Revier gebracht, diesmal durch einen deutschen Blockaufseher. Als der Blockaufseher den Schrei vom Heiden hörte, lief der Blockaufseher weg. Der allein gelassere Stanisław wurde wieder als Simulant sehr stark verprügelt. Mit letzter Kraft kroch er zu seiner Baracke (das war am Karfreitag) und bat seinen Freund Sarbinowski um eine Beichte und Kommunionempfang für Ihn zu organisieren. Die Mithäftlinge zerrten ihn bis zum Zaun des Priesterblocks, wo er bei seinem Freund Priester Maj beichten konnte.

Stanisław war resigniert und sagte, „Ich bräuchte ein Wunder, um das überleben zu können“. Am Samstag kam er nachts zu seinem Freund Adam Sarbinowski, um in seiner Anwesenheit zu sterben und bat ihn, dass er seine Familie besuchen möge um ihnen zu sagen: „Ich starb an dem heiligsten Tag, an dem Jesus Christus starb“.

Als sein Körper in der Früh am Ostersonntag herausgetragen wurde, standen alle Häftlinge Spalier und nahmen ihre Mützen ab, was unüblich war.

Die Ehefrau Maria bekam die angebliche Urne ihres Mannes zugeschickt mit einer Sterbeurkunde in der als Todesursache Lungenentzündung angegeben war. In einem Begleitbrief hieß es: „Die Stadt Dachau erwartet auch einmal Ihren Besuch“. Maria erschrak bei dem Gedanken, dass vielleicht auch sie inhaftiert werden könnte. Sie verließ deshalb ihr Gut, zog zunächst nach Zamość, dann nach Warschau. Die Kinder lernten in Untergrundschulen. Drei ältere Kinder waren in der AK (Heimatsarmee), einer davon fiel im Warschauer Aufstand. Eine Tochter arbeitete während des Warschauer Aufstandes als Sanitäterin, und der jüngste Kind war in einer Jugend-Pfadfinder-Organisation „Szare szeregi“.

Maria Starowieyska wurde mit einer Tochter nach Warschauer Aufstand verhaftet und in ein Arbeitslager in der Nähe von Bremen deportiert. Sie kam von dort ohne Zähne zurück. 1946 erkrankte sie an einem Tumor und trotz der Aussage der Ärzte, die ihr nur noch wenige Wochen Leben gegeben hatten, lebte sie bis 1976. Sie sagte immer, dass ihr Ehemann ihr das ermöglicht hatte.

1999 wurde Stanisław Starowieyski zusammen mit weiteren 107 polnischen Märtyrern durch den Papst Johannes Paul den II. selig gesprochen.

 

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