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Interview mit Markus Zurl

Interview mit Markus Zurl, Priester der Gemeinschaft Emmanuel, Pfarrer in Gräfelfing, Vereinsmitglied

 

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Was bedeuten Ihnen die Märtyrer von Dachau?

Markus Zurl: Sehr viel, sie sind gerade auch in der heutigen Zeit große Vorbilder.

Es sind unter den Seligen Märtyrern ja vor allem Priester.

Als Priester beeindruckt es mich, zu sehen, wie sie bereit waren, alles zu geben und wie sie selbst in der Hölle von Dachau an ihrem Glauben und an den Sakramenten festgehalten haben.

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Wie haben Sie von den Märtyrern erfahren?

Markus Zurl: Ich war als junger Erwachsener 1996 bei der Seligsprechung von Karl Leisner in Berlin dabei. Damals habe ich erfahren, dass in Dachau viele Geistliche interniert waren und als sich dann der Verein gegründet hat, war es für mich ganz natürlich, dabei zu sein.

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Warum engagieren Sie sich dafür?

Markus Zurl: Weil ich glaube, dass die Seligen uns heute sehr viel zu sagen haben. Beim Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus ist es wichtig, die verschiedenen verfolgten Gruppen nicht aus dem Blick zu verlieren. Über die verfolgten und getöteten Priester in Dachau wissen viele Menschen heute nichts, sie gehören aber auch zu Dachau dazu.

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Gab es dabei einen besonders schönen Moment?

Markus Zurl: Ich war mehrfach mit Gruppen von jungen Erwachsenen oder auch Semianaristen in der Gedenkstätte. Die Führung durch das ehemalige KZ, die Erklärungen und das anschließende Gebet oder Hl. Messe im Karmel war jedes Mal sehr beeindruckend.

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Ist Ihnen auch ein nicht so guter Moment in Erinnerung geblieben?

Markus Zurl: Negativ in Erinnerung habe ich das Frieren bei nassem, kaltem Wetter. Wir sind einmal im Dezember bei strahlendem Sonnenschein und ca. 10 Grad von München nach Dachau gefahren und waren total überrascht über nasskaltes, graues Wetter bei ca. 0 Grad in Dachau. Das hat uns gezeigt, wie damals die Insassen des KZ wohl auch unter dem Klima gelitten haben.

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Welcher Selige oder heilige Märtyrer beeindruckt Sie besonders? Und warum?

Markus Zurl: Seit seiner Seligsprechung im Jahr 1996 der Selige Karl Leisner. Seitdem ist er mir ein wichtiger Fürsprecher und Begleiter. Ich habe 1997 auch seine Schwester kennenlernen können oder auch Pfr. Johannes Sonnenschein, der bei der Priesterweihe dabei war. Und jetzt bin ich seit sechs Jahren Pfarrer in Gräfelfing, also ganz Nahe beim Sterbeort von Karl Leisner im Waldsanatorium Planegg. An meinen freien Tagen gehe oder radle ich öfter dorthin und bete im Sterbezimmer. Ich habe auch schon mit kleinen Gruppen Hl. Messe im Sterbezimmer gefeiert. Zumindest vor Corona war das immer möglich.

Karl Leisner beeindruckt mich auch wegen seiner Aktualität. Ein Zitat von ihm steht beim Waldsanatorium auf einer Säule: Du armes Europa, zurück zu deinem Herrn Jesus Christus. Das passt für heute genauso wie damals!

Oder die Tatsache, dass er noch am Sterbebett für seine Feinde und Verfolger gebetet hat: Segne auch, Höchster, meine Feinde.

Das ist sein letzter Tagebucheintrag vor seinem Tod.

Er ist ein großes Vorbild und ein Fürsprecher für mich!

Verein Selige Märtyrer von Dachau e.V.: Was wünschen Sie dem Verein Selige Märtyrer von Dachau für die Zukunft?

Markus Zurl: Weiterhin das Zeugnis der Seligen Märtyrer bekannt zu machen und zu überlegen, was diese Menschen uns heute zu sagen haben.

 

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